Zur Zeit warten wir noch auf die Statik des Ingenieurs, die uns schon vor Wochen versprochen und doch immer wieder verschoben oder unvollständig und schlampig verschickt worden war und uns allmählich einen Eindruck vermittelt, wie Handwerker in Neuseeland arbeiten...kein Wunder, dass Tipps und Empfehlungen für verlässliche und gute Handwerker und Dienstleister im allgemeinen heiß begehrt sind. Uns jedoch bleibt vorerst nichts übrig, als dem Schnarcher ordentlich Dampf zu machen und zu hoffen, dass die Ergebnisse seiner Arbeit die Baukosten nicht wesentlich in die Höhe treiben, denn auch das ist noch ungewiss und hält uns bislang davon ab, einige anstehende Entscheidungen zur Küche mit Geräten, Bodenbelägen, Heizungen, Wasserzisterne und weiterem zu fällen. So langsam werden wir ungeduldig, vor allem wenn man bedenkt, dass der Bauantrag auch noch gut 4-6 Wochen dauern kann und erst dann die eigentlichen Arbeiten beginnen können.
Nichtsdestotrotz, langweilig wurde es derweil trotzdem nicht. Was zum einen daran lag, dass Alex Mutter allen Mut zusammengenommen und sich ins Flugzeug gesetzt hatte, um sich für satte 2 Monate bei uns einzuquartieren. Nach einer Woche zur Akklimatisierung schickten wir sie erst einmal auf Rundreise über die Südinsel, und einige Wochen später machten wir mit ihr zusammen auch noch die Nordinsel unsicher. Über Taupo mit dem Tongariro Nationalpark ging die Runde nach Waitomo, auf die Coromandel Halbinsel, nach Rotorua und last but not least nach Napier zum Art Deco Festival als finalen Höhepunkt, wo für ein Wochenende die gesamte Stadt den Stil der 20er und 30er Jahre wieder auferstehen lässt.





Vor der einmaligen Kulisse des 1931 in einem Erdbeben zerstörten Napier mit komplett wieder aufgebautem Stadtkern im Art-Deco Stil, promenieren die Leute in der damaligen Mode, während auf der Strasse blank polierte Oldtimer vorbeirollen. Dazu erklingen Chansons und Charleston-Klänge, so dass man sich in eine völlig andere Zeit versetzt fühlt.



Nach Rückkehr ins heimische Wellington konzentrierten wir uns wieder auf die lokalen Attraktionen - und unseren "speziellen" Freund im Nachbarhaus. Wir erinnern uns: Der gute Mann hatte uns seit Weihnachten immer wieder mit neuen Beschwerden das Leben schwer zu machen versucht, bislang mit zweifelhaftem Erfolg. Seine Bemühungen fanden kurz vor unserem Ausflug ihren Höhepunkt, als er sich mal wieder über unser Parkverhalten beschwerte, weil unser Auto etwa 15cm zu weit von der Wand entfernt stand und uns kurz darauf aus diesem Grund die schriftliche Androhung einer Anzeige wegen Hausfriedens überreichte. Auf welcher Grundlage werden wir wohl nie erfahren, denn unser Auto parkte klar auf "unserer" Grundstückseite der sowieso gemeinsam genutzten Zufahrt. Auf jedem Fall hatte er es sich damit nun endgültig bei unserem Vermieter verscherzt, der ihm anschließend den sofortigen Rausschmiss androhte, sollte er die Anzeige nicht zurückziehen. Nach dieser Aktion muss unser Nachbar wohl zur Erkenntnis gelangt sein, dass er hier keinen Blumentopf mehr gewinnen konnte und kündigte wenige Tage später seinen Auszug an. Der Sieg war unser - und unser privates Unterhaltungsprogramm dahin...
Der März kam und damit Alex' Geburtstag. Ein ganz besonderer Tag, vor allem angesichts des "hohen Besuchs". Wie es der Zufall wollte, sollte an diesem Tag nicht nur ihre Mutter zu Gast sein, sondern auch Holger's Eltern, die auf Zwischenstopp ihrer Rundreise durch Neuseeland vorbeischauten. Man nehme noch einige unserer hiesigen Freunde dazu und schon hat man alle Zutaten für ein zünftiges BBQ parat. Und so wurde es dann auch eine tolle Party, bei der zu Caipirinhas und selbstgebrautem Bier ein bunter Mischmasch aus Deutsch, Englisch und Holländisch gesprochen wurde und alle viel Spass hatten - allen voran das Geburtstagskind.