Mehr gibt es dazu momentan nicht zu sagen, deshalb schauen wir mal, was ansonsten los war im Land der Großen Weißen Wolke. Und das drehte sich überwiegend um Sport.
Da war zunächst einmal die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft nächstes Jahr in Südafrika. In der Regel muss sich Neuseeland damit begnügen, diese Veranstaltungen als Zuschauer zu verfolgen, doch dieses Jahr bahnte sich eine Sensation an. Allen Erwartungen zum Trotz hielten sich die "All Whites", wie die Fußball-Nationalmannschaft genannt wird, im Laufe der Qualifikation die Tür für den großen Traum offen bis hin zum finalen Showdown im allerletzten Qualifikationsspiel gegen Bahrain - hier in Wellington. Schon im Vorfeld überschlugen sich die Medien förmlich und lösten eine Begeisterung aus, die man hierzulande noch nicht erlebt hat. In einem Land, wo normalerweise Rugby, Cricket, Netball und Golf regieren, spielt Fußball trotz langsam steigender Beliebtheit eher eine Nebenrolle. Doch die Aussicht, nach 1982 die überhaupt erst zweite Teilnahme an einer WM-Endrunde hier daheim klarzumachen sorgte dafür, dass zum aller ersten Mal ein Fußballspiel bis zum letzten der über 40.000 Plätze ausverkauft war! Wir gehörten leider zur Masse derjenigen, die bei den Tickets leer ausgingen und mussten uns daher das Spiel zusammen mit Freunden im Pub anschauen. Auch dort kochte die Stimmung fast über, als die All Whites getragen von den euphorischen Massen kurz vor Ende der ersten Halbzeit das 1:0 erzielten und dieses Ergebnis mit einem gehaltenen Elfmeter über die Zeit brachten. Nun warten in Südafrika neben Paraguay und der Slowakei auch ein gewisses Italien. Aber Deutschland kann erst mal aufatmen: Wenn wir uns nicht verguckt haben, treffen Jogi's Jungs frühestens im Halbfinale auf Neuseeland.
Das andere große Thema für uns war - mal wieder - das Radfahren. Einige Monate lang hatten wir trainiert, um für die anstehenden Events fit zu sein, insbesondere den
K2 über die Coromandel Halbinsel im Norden (mit 192km Länge und über 2000 Höhenmetern nach eigenen Angaben das schwerste Rennen der Südhalbkugel) und die
Lake Taupo CycleChallenge.

Vor einem Jahr hatte Holger in Taupo Premiere und im Anschluss daran kündigte Alex vollmundig an, es dieses Jahr selbst zu versuchen. Ein Entschluss, den sie in den vergangenen Monaten vielleicht das eine oder andere mal bereute, aber sie blieb trotz Wind, Regen und Kälte auf zahlreichen Trainingsfahrten hart. Beim K2 Ende Oktober startete sie in der 100km kürzeren, aber nicht weniger bergigen Variante, dem K1, wo sie nach 4:33 Stunden das Ziel erreichte,

während Holger sich trotz Krämpfen nach halber Strecke in 6:23 Stunden über die komplette Strecke kämpfte. Überflüssig zu erwähnen, dass wir die Gelegenheit gleichzeitig für eine verlängertes Wochenende im Coromandel mit seinen subtropischen

Wäldern, traumhaften Buchten,

Felsformationen, dem thermisch gespeisten

Hot Water Beach und den vielleicht leckersten Muscheln im Lande nutzten.
Vier Wochen später stand schließlich mit der Lake Taupo CycleChallenge der große Saisonhöhepunkt an und ließ die Nervosität angesichts der bevorstehenden hügeligen 160 km und über 11.000 Teilnehmender permanent steigen. Freitag reisten wir an um uns in aller Ruhe auf den großen Tag vorzubereiten und das Rahmenprogramm mit einem Criterium (ein Rennen der Profis über zahlreiche Runden auf einem kurvigen Kurs durch die Stadt) und einer Sport und Lifestyle Expo zu erleben. Dann kam der große Morgen. Zusammen mit unseren Freunden Kay und David, die mit uns zusammen ein Haus gemietet hatten, endete die Nacht noch vor 6 Uhr morgens, um rechtzeitig um 7 Uhr am Start zu stehen. Holger hatte sich nach dem letztjährigen Ergebnis viel vorgenommen und startete zusammen mit den Favoriten in der ersten Startgruppe und hätte wohl länger mithalten können, wenn ihm nicht nach 60km die Kette heruntergesprungen wäre. Trotz der folgenden Solofahrt über gut 30km und dem damit verbundenen Kräfteverschleiß reichte es am Ende noch mit 4:27 Stunden zu einer um 5 Minuten besseren Zeit als im Vorjahr.
Alex war mit 7:39 Stunden etwas länger unterwegs, was neben einsetzendem Nieselregen auch an den Krämpfen kurz vor dem letzten Berg lag. Trotzdem reichte es beim Einbiegen auf die Zielgerade noch zu einem Grinsen...
Nach der anschließenden Massage und Dusche wurde zur Belohnung erst mal der Grill angeworfen und mit einem Bier in der Hand die Beine hochgelegt. Jetzt ist Erholung angesagt, das nächste Ziel heißt Weihnachten. Nur noch 15 Türchen am Adventskalender, dann steht der
URLAUB vor der Tür!!!!