Leider räumten uns die Verkäufer im Kaufvertrag auch eine gegenüber den Forderungen der Baufirma deutlich reduzierte Frist zur Untersuchung der finanziellen Machbarkeit. Und während alle anderen Anzeichen auf ein erfolgreiches Projekt hindeuteten, meldete sich kurz vor Fristende noch der Bauleiter mit Bitte um Fristverlängerung. Dies sei, so seine Erläuterung, notwendig, da die Form und Lage des Grundstücks es unmöglich machten, eines ihrer Standardkonzepte ohne Änderungen draufzusetzen. Angedeutet hatte sich dies schon früher, nun wurde aber deutlich, dass dies einen kompletten Neuentwurf vom Architekten samt Statik und Planzeichnungen erfordert, ganz zu schweigen von den sowieso erschwerten Bedingungen mit umfangreichen Erdaushub und Stützwänden. All das treibt naturgemäß die Kosten in die Höhe, weshalb nur eine genaue Untersuchung zeigen könne, ob sich all dies mit unserem Budget machen lässt, für die sie noch mal 4-6 Wochen Zeit benötigen. Der Verzicht auf eine solche Untersuchung birgt das Risiko, am Ende auf einem unbrauchbaren Stück Land zu sitzen, weshalb sie uns davon nachdrücklich abrieten.
Dass die Verkäufer davon nicht begeistert sein würden war klar und es gelang uns nur in erneutem zähen Handeln, ihnen die benötige Verlängerung abzuringen und warten seitdem wieder auf Fortschrittsmeldungen des Bauleiters. Allerdings scheint das Unternehmen nun langsam Fahrt aufzunehmen, denn bereits wenige Tage später unterbreitete uns der Architekt seinen ersten Entwurf,

in den er in den folgenden Tagen unsere Änderungswünsche einarbeitete, so dass wir nun schon einmal einen Entwurfsplan unseres Traumhauses haben, mittels dem nun die Kosten errechnet werden, an deren Summe nunmehr alles hängt...
Viel dazu beitragen können wir zu diesem Zeitpunkt auch nicht, also vertreiben wir uns angesichts der allmählich länger und wärmer werdenden Tage die Zeit bis dahin mit Training für die diesjährige Lake Taupo CycleChallenge Ende November und haben nach Anregung von Freunden nun angefangen, unser eigenes Bier zu brauen. Das geht einfacher als wir dachen. Ein Starter-Set bestehend aus einem großen luftdichten Eimer samt Thermometer, Ventil, Zapfhahn, Hydrometer (zur Messung des Alkoholgehalts), Flaschen zum Abfüllen und einer Anleitung, sowie die nötigen Zutaten bekommt man einfach im hiesigen Fachladen "
Brewcraft". Die Zutaten bestehen in erster Linie aus einer großen Dose mit einem zähen Malz- und Hopfen-Sirup (Hallo Christian, falls Du das hier ließt: eine solche Dose haben wir Dir seinerseits mal mitgebracht), der mit Wasser, Zucker und Trockenhefe versetzt und für die nächsten 7 Tage bei Zimmertemperatur seinem Schicksal und der Gewalt der Hefepilze überlassen wird. Seit letztem Wochenende nun steht der Eimer in der Ecke unseres Hauses und blubbert dezent vor sich hin - als deutlichen Zeichen für die fortschreitende Umwandlung des Zuckers in Alkohol und das dabei entstehende CO2.


Wenn nix dazwischen kommt, können wir das Gebräu dieses Wochenende zusammen mit ein paar Zuckerdrops in Flaschen abfüllen und für die (zweite) Flaschengährung und hoffentlich in 2 - 3 Wochen unser erstes eigenes Weizenbier probieren


- gut 20 Liter, hausgemacht entsprechend dem Reinheitsgebot!

Und sollte das Experiment gelingen, stehen uns unzählige weitere Sorten und Variationen offen, vom Irischen Guiness bis hin zum "Cider" (wie der französischen "Cidre"). Von dort aus ist es vielleicht nur noch ein kleiner Sprung zum hessischen Nationalgetränk, dem Äppler!
Mit einem solchen Chemiebaukasten daheim kann man leicht die Zeit und alles weitere um sich herum vergessen....Hausbau? Da war doch irgendwas....